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05. 05. 2010 E wie einfach erschließt türkischstämmige Kunden

Der Kölner Stromanbieter E wie einfach startet eine Ethnomarketing-Kampagne, die gezielt türkischsprachige Kunden anspricht. Geworben wird dabei mit dem Einpreistarif für Strom und Gas.

Neben einem TV-Spot, der auf allen türkischen Sendern (EuroD, Show, ATV und Samamyolu), die in Deutschland empfangen werden können, läuft eine Anzeigenkampagne in türkischen Tageszeitungen, wie beispielsweise „Zaman”.

Info: In Deutschland leben mehr als 2,7 Millionen türkische Mitmenschen. Paul Vincent Abs, Geschäftsführer von E wie einfach, erklärt: „Daher ist es für uns als Unternehmen ein besonderes Anliegen, auf die Bedürfnisse und Wünsche der türkischen Mitbürger einzugehen.” Sowohl der Internetauftritt als auch die Akquise-Hotline sind ab sofort wahlweise auf Deutsch oder Türkisch erreichbar.

Wir gratulieren dem Unternehmen zu dieser hervorragenden Kampagne die sich perfekt in die Gesamt-Kommunikationsstrategie integriert und in dieser Forum bestimmt zum Erfolg führt.

Hier der Presseartikel im Original.


18. 03. 2010 Energiesparkampagne auf Türkisch

Während der ständigen Diskussion in Politik und Medien ob Migranten nun die Sprache der “neuen Heimat” erlernen sollen, müssen oder dürfen, haben etliche Unternehmen längst den wirtschaftlichen Aspekt um die Zielgruppe “Migranten” erkannt.

Bislang gibt es nur wenige Informationsmaterialien in unterschiedlichen Sprachen wie z.B. Türkisch, Ungarisch, Serbisch oder Kroatisch. Und wenn Infobroschüren vorhanden sind, sind diese oft nicht zielgruppengerecht konzipiert, sondern eine einfache Übersetzung von deutschen Broschüren.


Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online hat dies im Jahr 2009 geändert und für die größte Migrantengruppe in Deutschland einen Türkischen Heizspiegel mit kostenlosem Heizgutachten-Service zur Verfügung gestellt. Ziel war es türkischsprachigen Menschen den Zugang zu Energiesparthemen zu erleichtern und die Motivation zum eigenen Handeln zu steigern.

20.000 Exemplare des Türkischen Heizspiegels 2009, der übersetzt “Isitma Kilavuzu” heißt, sollen in der türkischsprachigen Bevölkerung verteilt werden. Die gesamte Kampagne rund um den Türkischen Heizspiegel läuft bis zum 31.12.2010. Mit der Broschüre, dem kostenlosen Heizgutachten und dem Online-HeizCheck in türkischer Sprache informiert die Kampagne türkischsprachige Bürger über Einsparmöglichkeiten im Heizbereich und sensibilisiert diese für Energiethemen.

Auch die Medien berichteten über die Informationskampagen sehr breit. So konnte als Medienpartner die größte türkischsprachige Tageszeitung in Deutschland (Hürriyet) sowie der erste deutschlandweit sendende türkische Radiosender Metropol FM gewonnen werden.

10. 03. 2010 Supermärkte vs. türkische Kreisler

Auch der Lebensmittelhandel (muss) türkisch lernen…

Der heimische Lebensmittelhandel bekommt zunehmend “Angst” von den “neuen” Nahversorgern. Was einst unsere Kreisler nebenan waren sind heute kleine Geschäfte mit klingenden Namen wie “Inci Market” und Co. Vom frischen Faldenbrot über Obst & Gemüse bsi hin zu diversen Milchprodukten bekommt man in den von Familien geführten Märkten alles was das Herz begehrt. Und das meist auch am Sonntag.

Ganz klar, dass der heimische Handel etwas tun muss. Handlungsbedarf besteht etwa daran eigene Produkte für die Zielgruppe anzubieten. In einigen Regionen gibt es daher in ausgesuchten Supermärkten bereits ein Produktsortiment für türkischstämmige Personen. Das dies auch beworben werden muss sieht man hier am Beispiel von Zielpunkt. Punkt.

11. 02. 2010 VW spricht Türkisch

WERBE- UND KOMMUNIKATIONSKAMPAGNE FÜR VOLKSWAGEN

Mit dem Projekt „Volkswagen spricht Türkisch“ werden seit 2005 die Werbe- und Kommunikationsaktivitäten der Volkswagen AG im Ethnomarketing-Bereich umgesetzt. Die Marke Volkswagen umwirbt die ca. 2,7 Millionen Deutschtürken im Rahmen des Projektes mit einem Service in türkischer Sprache. Seine tragenden Säulen sind türkischstämmige Verkaufsberater, die in immer mehr Volkswagen-Händlerbetrieben eingesetzt werden.

Volkswagen zeigt vor wie es geht. Hier ein Paradebeispiel für perfektes Ethnomarketing auf allen Kommunikationsebenen. Den gelungenen TV-Spot sowie das Making Of findet man auf der eigens für die Zielgruppe geschaffenen Webseite: www.vw-spricht-tuerkisch.de

Neben diesem sehr gelungendem Spot, wirbt der Automobilhersteller mit türkischsprachigen Anzeigen, Radiospots, Promotion-Aktionen und großflächigen Werbeplakaten.


10. 02. 2010 Türkische Werbung für Kabel Deutschland

Auch die Kabelbetreiber unserer nördlichen Nachbarn sind uns um einiges vorraus. Zumindest in sachen Ethnomarketing und zielgruppenadäquate Ansprache von Neukunden.

In Deutschland bzw. in Berlin und hier in den Bezirken (Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln) mit großem Anteil an türkischstämmigen Personen, werben viele Firmen auf Großplakaten auf Türkisch um neue Kunden.



10. 02. 2010 Telering Mücke spricht Türkisch

Hier ein Fundstück und gutes Beispiel für eine Anzeige in einem türkischen Magazin. Telering bewirbt hier die Wertkarte “Mücke” auf türkischer Sprache.



30. 09. 2009 „SEAT spricht Türkisch“ mit “VIP Dolmus” auf Sendung




Im Rahmen des Projektes „SEAT spricht Türkisch“ wird mit der TV Sendung SEAT „VIP Dolmus“ ein Format ins Leben gerufen, welches in dieser Form weder in Deutschland noch in der Türkei existiert.
Dabei unterhalten prominente Gäste aus Wirtschaft, Politik und dem öffentlichen Leben während ihrer SEAT Shuttle-Fahrt die Zuschauer auf angenehme Art und Weise.


Anläßlich des bevorstehenden Starts der Ausstrahlung von SEAT „VIP Dolmus“ auf Show Türk stellt die Agentur KOM Media & Marketing GmbH die Sendung auf einer Pressekonferenz vor.


Quelle: ethnomarketing.de

30. 09. 2009 Immowelt Ethno-Kampagne


Die Fortsetzung der von McCann Erickson (München) entworfen Werbekampagne von Immowelt.de verfolgt in Teilen einen modernen Ethno-Marketing-Ansatz: 15 Prozent der Plakate sind auf Türkisch gehalten.


Der neue Ansatz Ethno-Marketing spiele eine wichtige Rolle in der dritten Auflage der cross-medialen Werbekampagne von Immowelt.de: Als eine von drei neuen Figuren der durch die bisherigen Aktionen bekannt gewordenen Immowelt-Wohntypen erscheint eine orientalische Frau mit Kopftuch, modernem Business-Kostüm und Gesetzbuch - eine moderne Frau, die gleichzeitig selbstbewusst ihre kulturellen Wurzeln pflegt.


Wie in den bisherigen Kampagnen sind die Motive bundesweit auf Plakatwänden, Citylights und Litfaßsäulen zu sehen. - in sechs Ballungsgebieten teilweise auch auf Türkisch: “Damit reagieren wir als erster großer Immobilienportal-Anbieter auf die multikulturelle Realität in Deutschland und zeigen, dass wir uns als ein Portal für alle verstehen, die in Deutschland leben”, erläutert Carsten Schlabritz, Vorstands-Vorsitzender der Immowelt AG.


Neben den Plakataktionen in 45 Städten gibt es Anzeigen in regionalen und bundesweiten Tageszeitungen des Immowelt-Medien-Netzwerkes. Das Netzwerk umfasst angesehene Titel wie die WAZ und ihre Regionalteile, den Münchener Merkur, den Tagesspiegel und den Südkurier.


Einen großen Anteil der gesamten Kampagne macht auch wieder der Online-Bereich aus. In enger Abstimmung mit der Außenwerbung und den Anzeigen im Print-Bereich werden mehrere hundert Millionen Banner auf prominenten Portalen platziert.


Die Werbekampagne wurde von McCann Erickson (München) entworfen. Neben dem Ethno-Motiv gesellen sich noch ein Rocker und eine Stewardess zur Immowelt-Familie. Fotografiert wurden die neuen Motive von Frank Schemman. Der Etat bewegt sich im zweistelligen Millionenbereich.


Die Immowelt-Werbekampagnen präsentieren seit 2007 verschiedene Wohntypen. Dem Portal Immowelt.de bescherten die Aktionen eine immense Steigerung der relevanten Kennzahlen mit einem durchschnittlichen Plus von 75 Prozent: Zuletzt verzeichnete Immowelt.de monatlich 261 Millionen Page Impressions und 54 Millionen Exposé-Aufrufe “Unsere Kunden, die Makler und privaten Immobilienanbieter, honorieren unsere Anstrengungen: Wir konnten seit Beginn unserer Kampagnen einen Zuwachs der Immobilien-Angebote auf unserem Portal von 600.000 auf 960.000 im Monat verzeichnen”, sagt Carsten Schlabritz.


Kontakt / Quelle
Immowelt AG, Nordostpark 3-5, 90411 Nürnberg, www.immowelt.de
Barbara Schmid, b.schmid@immowelt.de, Tel.: 0911/520 25-462

10. 03. 2009 FAQ:DIE WICHTIGSTEN FRAGEN UND ANTWORTEN ZUM THEMA ETHNOMARKETING

? Lohnt sich der Aufwand, meine Werbung auf die kleine Zielgruppe einer ethnischen Minderheit anzupassen?

+ In der Regel wird sich der Aufwand nur bei den größeren Gruppen nichtöstereichischer Herkunft lohnen. Die derzeit relevanteste Zielgruppe sind die etwa 500.000 ÖsterreichSerbInnen/KroatInnen/BosniakInnen. Eine weitere attraktive Gruppe stellen die ÖsterreichTürkInnen dar, die zwar zahlenmäßig darunter liegen aber dennoch stark vertreten sind. Hier kann man also nicht mehr wirklich von „kleinen Zielgruppen” sprechen.

Übrigens: Falls Sie ein spezielles Nischenprodukt anbieten, könnte sich der Werbeaufbau auch für eine deutlich kleinere Gruppe lohnen.

 

? Welche Kriterien muss eine nichtösterreichische Zielgruppe erfüllen, damit spezifisches Marketing überhaupt möglich ist?

+ Für nichtösterreichische Zielgruppen gelten die gleichen Kriterien wie für Österreichische:

- Sie muss groß genug sein, damit ein absatzwirtschaftlicher Erfolg möglich ist

- Sie muss als Gruppe identifizierbar und auch als Gruppe ansprechbar sein, damit gezielte Marketingmaßnahmen unternommen werden können

- Sie muss in sich selbst eine Gruppenidentifikation aufweisen

- Sie muss qualitativ und quantitativ erforschst sein. Ohne diese Daten sind keine absatzwirtschaftlichen Prognosen und werbliche Maßnahmen möglich

- Sie muss medial erschlossen sein. Ohne entsprechende Medien kann die Zielgruppe nicht gezielt angesprochen werden

- Sie muss besondere makro- und mikroökonomische Merkmale aufweisen, die sie für die Werbungtreibenden attraktiv macht

- Sie muss neben den soziodemographischen Daten auch möglichst ein spezifisches Konsumverhalten aufweisen
Sämtliche dieser Kriterien werden übrigens von den in Österreich lebenden ExJugoslawen und Türken erfüllt

 

? Werden die in Österreich lebenden MigrantInnen nicht bereits gut genug über die österreichischen Medien erreicht?

+ Nein. Alleine der Marktanteil der Sender aus der Balkanregion, die in Österreich über Satellit und Kabel empfangbar sind ist ziemlich groß. Über 100 solcher Sender sind derzeit zu Empfangen. Darüber hinaus besteht eine Vielzahl von Migrantenmedien (Online, Print, Radio, TV) die auf diese Zielgruppe abgestimmt sind. Dieses Medienverhalten ist ein Ausdruck der Verbundenheit der Migranten zu ihrer eigenen Kultur.Für Sie bedeutet dass einen hohen Verlust der Einschalquoten bei der Übertragung Ihrer Werbebotschaft.

+ So ähnlich verhält es sich auch mit der Print- aber auch Web- und Radio Werbung.

 

? Ist Werbung in österreichischen Medien nicht ausreichend, um die Zielgruppe inhaltlich von meinem Produkt, meiner Leistung und meinem Unternehmen zu überzeugen?

+ Wir sind nicht so verwegen zu behaupten, dass österreichische/deutsche Werbung bei ethnienspezifischen Zielgruppen nicht wirkt. Aber wir sind auch erfahren genug zu wissen, dass eine gezielte Ansprache um ein Vielfaches besser funktioniert. Weil Werbung eben nicht nur über rationale Argumentation funktioniert, sondern auch über emotionale Faktoren.
In diesem Zusammenhang sind die Befindlichkeit und Rezeptionsgewohnheiten der Zielgruppe von großer Bedeutung.

 

? Genügt nicht eine einfache Übersetzung der vorhandenen Werbemittel, um nichtösterreichische Zielgruppen zu erreichen?

+ Genau so wenig, wie es eine gesprochene Sprache gibt, die von allen Menschen gleichermaßen verstanden wird, gibt es universelle Werbebotschaften. Sie wissen das und haben deshalb viel in eine sehr spezifische Marketingstrategie investiert, die ihr Produkt oder ihre Dienstleistung zielgenau am Markt positionieren soll. Die Stärke dieser Strategie liegt gerade in ihrer spezifischen Ausrichtung auf die ursprüngliche Zielgruppe - und die ist österreichisch. Nun wären Spezifika aber nicht Spezifika, wenn man sie Eins zu Eins übertragen könnte.

+ Mit anderen Worten: Auf die Übersetzung entfallen im Schnitt nur 3% der eigentlichen Arbeit. Der Rest entfällt darauf, Ihre Marketingstrategie und Werbebotschaften in die kulturell andere Welt der neuen Zielgruppen zu transformieren.

 

? Behindert interkulturelles Marketing in Österreich nicht die Integration von MigrantInnen, indem ihnen signalisiert wird, dass sie gar nicht Deutsch lernen brauchen und sich mit der Kultur ihrer neuen Heimat nicht auseinandersetzen müssen?

+ Eine Frage, die uns schon oft gestellt wird. Obwohl sie sich uns selbst nie gestellt hat, möchten wir hier doch eine kurze Antwort geben:

-Ihre Marke und Ihre Produkte sind wichtige Botschaften Ihres Landes und Ihrer Kultur. Indem Sie die Werbung für Ihr Produkt einer Zielgruppe aus einer anderen Kultur anpassen, geben sie ein Signal der Akzeptanz: Sie akzeptieren deren Andersartigkeit und ebnen der Gegenseite einen Weg zu Ihnen und Ihrer eigenen Kultur - sowohl gesellschaftlich als auch als Konsument. Interkulturelles Marketing verhindert nicht den Integrationsprozess, sondern unterstützt ihn. Der erste Schritt zur Integration ist immer gegenseitiges Verständnis. Und Menschen und Kulturen verstehen sich besser, wenn sie die Gegenseite respektieren und akzeptieren.

 

? Ist Interkulturelles Marketing nicht nur etwas für die kleine Gruppe der älteren MigrantInnen, die nicht so gut Deutsch verstehen?

+ Nein. Zwar ist es richtig, dass jüngere Migranten die deutsche Sprache wesentlich besser verstehen als die so genannte erste Generation. Nicht selten sprechen sie sogar besser Deutsch als serbisch oder türkisch.

+ „Zielgruppenspezifisch” bedeutet aber weit mehr als „sprachlich verständlich”. Wirken wird Ihre Werbung hauptsächlich durch emotionale Botschaften, die sich an Herz und Bauch Ihrer Zielgruppe richten und deren kulturelle Identität berücksichtigen. Das kulturelle Selbstverständnis der jüngeren MigrantInnen unterscheidet sich dabei deutlich von dem der ÖsterreicherInnen: Es ist geprägt von einer tiefen Verbundenheit mit der Kultur des Herkunftslandes. Auch in der zweiten und dritten Generation. Werbung, die das nicht berücksichtigt, erreicht auch die jüngeren MigrantInnen nicht.

 

Noch Fragen? :)