25. 03. 2009 Pressekonferenz Diversity Marketing Blog
Vielfalt ist Quelle für Innovation und Erneuerung
Diversity Marketing bringt innovative Impulse für die Kommunikationsbranche
“Diversity-Marketing als Ansatz, der Vielfalt der
Gesellschaft systematisch in der werblichen Kommunikation Rechnung zu
tragen, bietet eine Reihe von Chancen. Österreich hat hier einiges
nachzuholen”, zeigte sich Peter Drössler, Obmann des Fachverbandes
Werbung und Marktkommunikation der WKÖ, heute, Mittwoch, bei der
Präsentation des neuen Blogs www.diversitymarketing.at überzeugt:
“Der Blog soll dem Thema Diversity im Marketing mehr Aufmerksamkeit
verschaffen und konsequent zu einer Plattform für Information und
Austausch zum Thema ausgebaut werden.” Diversity Marketing stellt
spezifische Teilöffentlichkeiten in den Mittelpunkt der Überlegungen.
Dabei folgt man den sogenannten Dimensionen, die auch als Basis für
das Diversity Management gelten: Ethnische Herkunft, Geschlecht,
sexuelle Orientierung, besondere Bedürfnisse/Behinderungen, Religion
sowie Alter.
Gemeinsam mit Fachverbandsobmann Drössler informierten folgende
Experten zum Thema Diversity Marketing: Beatrice Achaleke, Obfrau des
Vereins AFRA, International Center for Black Women’s Perspectives,
Petra Plicka, Beraterin für Integration und Inklusion, Selma
Prodanovic, Geschäftsführerin der Brainswork GmbH, spezialisiert auf
Jugendmarketing und Balkanexpertin, sowie Manfred Wondrak, Präsident
der AGPRO - austrian gay professionals und Unternehmensberater mit
Schwerpunkt “Diversity Management”.
“Dabei geht es nicht nur um diese Gruppen als explizit definierte
Zielgruppen eigens kreierter Kampagnen, sondern auch um das
Bewusstsein der Vielfalt des sogenannten Mainstreams”, formulierte
Peter Drössler in seinem Eröffnungsstatement. “Denn alle diese
Dimensionen sind in Wahrheit in jeder nach klassischen Kriterien
definierten Zielgruppe vorhanden.” Diversity-Projekte bieten gerade
im derzeitigen Wirtschaftsklima große Profilierungschancen, meint
Drössler. Der aus seiner Sicht entscheidende Punkt: “Diversity
Marketing betrachtet Menschen nicht in herkömmlichen Rollenklischees,
sondern als emanzipierte Konsument/innen - doch im vollen Bewusstsein
ihrer jeweils spezifischen besonderen Eigenschaften.”
Vorurteile gegenüber schwarzen Menschen zu durchbrechen, hat sich
Beatrice Achaleke zum Ziel gesetzt. “Ich will darstellen, wie
vielfältig die schwarze Community in Österreich ist. Es gibt nicht
DIE schwarze Frau oder DEN schwarzen Mann. Es sind unterschiedliche
Menschen, die unterschiedliche Berufe selbständig oder als
Angestellte ausüben”, so Achaleke. Die Bezeichnung schwarze
EuropäerInnen ist Achaleke wichtig. Denn schwarze Menschen, die in
Europa geboren sind oder aufwachsen sind EuropäerInnen. “In der
Werbung herrscht freilich noch weitgehend ein sehr traditionelles
Rollenverständnis. Ich möchte klar machen, dass sich dadurch aber
immer weniger Menschen angesprochen fühlen.”
Dynamisch, flexibel und jung - dies sind die Ideale unserer
Gesellschaft. “Und dies sind offenbar jene Eigenschaften die
behinderten Menschen gänzlich abgesprochen werden”, brachte es Petra
Plicka auf den Punkt: “Vielmehr herrscht in vielen Köpfen immer noch
das Bild von hilfsbedürftigen Menschen, für die soziale Stellen zu
sorgen hätten. Doch Menschen mit Behinderung haben ihre eigenen
Vorstellungen vom Leben. Sie bringen sich aktiv in die Gesellschaft
ein, sind Konsument/innen wie alle anderen auch. ”
“Gerade diese Zeiten der Krise bergen eine große Chance für
Innovatoren Unternehmensgeist, visionäre Querdenker und
leidenschaftliche Vernetzer”, hielt Selma Prodanovic fest: “Jene
Agenturen die klein, schnell, innovativ, international aufgestellt
und vielfältig sind, können trotz Krise ganz neue Möglichkeiten
bieten. Gerade jetzt ist der Zeitpunkt, wo die Offenheit, Innovation
und Beweglichkeit kleinerer und mittlerer Agenturen - die in
Österreich die Mehrheit darstellen - ihr größter Vorteil.
Interkulturelle Kompetenz ist dabei ein entscheidender
Wettbewerbsfaktor. Denn Österreich ist kulturell bunter, als es in
Massenmedien und Werbung derzeit oft noch den Anschein erweckt.”
Homosexualität ist in Österreich immer noch ein subtiles Thema.
Der Grund ist Angst vor der Stigmatisierung und folglich vor dem
Verlust von Karrierechancen. “Viele Schwule, Lesben und Bisexuelle
fürchten noch immer, auf Grund ihrer sexuellen Orientierung
diskriminiert zu werden”, formulierte Manfred Wondrak. Nach
Schätzungen sind 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung im urbanen Bereich
bi- oder homosexuell. Und sie sind eine einkommensstarke Zielgruppe”,
erläutert Wondrak. “Unternehmen, die den richtigen Ton finden, haben
hier sicher viel zu gewinnen.”
“In letzter Zeit sind zunehmend positive Beispiele zu entdecken,
wie Gedanken des Diversity Marketings auch in den Mainstream Eingang
halten”, so Peter Drössler. “Unternehmen erkennen vermehrt, dass sie
damit nicht nur in den Zielgruppen, die direkt durch den Diversity
Begriff angesprochen werden, Sympathien gewinnen, sondern dass sie
weit darüber hinaus duch einen positiven Zugang zur Vielfalt auch im
gesellschaftlichen Mainstream durchaus punkten können”, meint
Drössler abschließend.




